Der Umgang mit Handwerkzeugen ist in der Schule möglich und auch erwünscht. Die Richtlinien zur Sicherheit im naturwissenschaftlich-technischen Unterricht und Fachinformationen der gesetzlichen Unfallversicherung benennen Kriterien und geben Hinweise zum Umgang mit unterschiedlichen Handwerkzeugen. Zur Vermeidung von Unfällen sind Handwerkzeuge bestimmungsgemäß einzusetzen.
Die Beschaffung von Handwerkzeugen sollte unter Beachtung von Sicherheit und Qualität erfolgen. Die Angabe einer DIN-Norm bedeutet z. B., dass es sich um ein genormtes Arbeitsmittel handelt, bei dem der Hersteller den gesamten Normeninhalt eingehalten hat. Fehlt die Kennzeichnung, ist eine qualitative Einordnung ohne Prüfung des Arbeitsmittels oft nicht möglich. Bei Handwerkszeugen kommt es auf körpergerechte, d. h. ergonomische Gestaltung an. Diese sind im Wesentlichen die Formgebung, die Oberflächenbeschaffenheit und die Griffgröße.
Sichere Aufbewahrung
Die Grundforderung für die Aufbewahrung ist Ordnung, deshalb haben Handwerkzeuge einen festen Platz. Regeln zur ordnungsgemäßen Aufbewahrung von Handwerkzeugen:
- Werkzeug in geeigneten Behältnissen aufbewahren bzw. transportieren
- Spitze und scharfe Werkzeuge gegen unbeabsichtigte Berührung sichern
- Werkzeuge nicht in den Taschen der Kleidung aufbewahren
- Werkzeuge nicht im Bereich von Gefahrstellen, z. B. hinter bewegten Maschinenteilen, ablegen oder an rotierenden Maschinenteilen stecken lassen
- Werkzeuge im Trockenen aufbewahren, ggf. mit geeigneten Mitteln vor Korrosion schützen
Verhaltensregeln und Schutzmaßnahmen
Handwerkzeuge sind vor der Benutzung durch Schülerinnen und Schüler von der Lehrkraft auf ihren ordnungsgemäßen Zustand zu überprüfen.
B. Fardel | Unfallkasse NRWBeitel
- Nur geschärfte Stemm- bzw. Stechwerkzeuge einsetzen
- Stecheisen immer beidhändig benutzen
- Stech- und Stemmeisen beim Weiterreichen stets an der Klinge anfassen
- Werkstücke bei der Bearbeitung fest einspannen
- Holzhämmer (keine Stahlhämmer) beim Stemmen verwenden
- Werkzeuge nach Benutzung sicher verschließen
- Hefte der Werkzeuge regelmäßig auf festen Sitz und Beschädigung kontrollieren
Handbohrer
B. Fardel | Unfallkasse NRW- Mittelpunkt der Bohrung vorstechen
- Holzbohrer mit Zentrierspitze benutzen, um ein Verlaufen oder Abgleiten des Bohrers zu vermeiden
- Bohrer beim Einspannen vollständig in Schnellspannfutter einführen
- Kleine Werkstücke fest einspannen
- Auf Unterlage, z. B. Holzreststück, bohren, um Gefährdungen durch plötzlichen Durchtritt des Bohrers zu verhindern
- Verkanten des Bohrers vermeiden, Handhaltung beim Bohren beibehalten
B. Fardel | Unfallkasse NRWHobel
- Werkstück bei der Bearbeitung fest einspannen
- Werkstück auf Nägel etc. prüfen
- Führung des Hobels mit beiden Händen
- Scharfe Hobeleisen verwenden
- Beim Zurückziehen des Hobels entweder Hobel anheben oder schräg stellen, um Werkzeugschneide zu schonen
B. Fardel | Unfallkasse NRWFeile und Raspel
- Feilen und Raspeln nur mit intaktem Griff verwenden
- Hefte vor Benutzung auf festen Sitz prüfen
- Werkstücke bei der Bearbeitung möglichst einspannen
- Werkzeug mit beiden Händen führen
Säge
B. Fardel | Unfallkasse NRW- Nur intakte, geeignete und scharfe Sägeblätter verwenden
- Sägeblätter in richtiger Richtung einspannen
- Blattspannung kontrollieren
- Werkstücke auf Nägel oder Schrauben etc. überprüfen
- Werkstücke möglichst nahe der Schnittstelle einspannen
- Beim Ansetzen der Säge auf sichere Führung achten
- Arbeitsrichtung der Sägezähne beachten
- Rundhölzer in Schneidlade sägen
- Letzte Sägestöße leicht ausführen
B. Fardel | Unfallkasse NRWSchraubendreher
- Schraubendreher in passender Größe und Form auswählen
- Sofern ein Andrücken zum Lösen oder Festziehen einer Schraube erforderlich ist, sollte der Druck möglichst vom Körper weggerichtet sein, um Stichverletzungen zu vermeiden.
- Werkstücke einspannen oder auf eine Auflage legen