Schreiner-Werkzeuge auf Holzwerkbank ©B. Fardel | Unfallkasse NRW
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Holzbearbeitung

Holzbearbeitung von Hand

Bevor die Schülerinnen und Schüler mit Handmaschinen arbeiten, sollten sie das Gefühl für das Material und den Bewegungsablauf sowie die Körperhaltung bei der Arbeit mit Handwerkzeugen kennenlernen. 

Zur Vermeidung von Unfällen sind die Hinweise zu einer sicheren Handhabung von Werkzeugen bei den verschiedenen Arten der Holzbearbeitung zu beachten:

Schleifen

Handschleifen ist eine Arbeit mit besonders hoher Staubbildung. Werkstücke aus Holz sollten darum auf das richtige Maß gesägt und überstehendes Material mittels Feilen oder Raspeln (geringere Staubbelastung) entfernt werden.  

Schleifpapier mit Schleifblock©R. Glaubitt | Unfallkasse NRW

Für Handschleifarbeiten wird Schleifpapier (z. B. Glas- oder Sandpapier) oder Schleifleinen zweckmäßigerweise mit einem Schleifklotz benutzt. Die Körnung des Schleifpapiers wird durch Ziffern angegeben. Für Feinschliff kann z. B. 220er Papier (feines Papier), für gröbere Arbeiten 80er Papier (grobes Papier) benutzt werden.

Sichere Handhabung (Minimierung der Schleifstaubbelastung): 

  • Schleifen nach Lehrplan auf den absolut notwendigen Umfang begrenzen 
  • Werkstücke genau zusägen, überstehendes Material mittels Feilen oder Raspeln entfernen, Schleifen nur für Oberflächenbearbeitung
  • Handschliff nur für Kleinteile und gekrümmte Werkstücke 
  • Weichhölzer (Fichte, Tanne u. a.) bevorzugen. Das Gefährdungsrisiko beim Schleifen von Harthölzern (Buche, Eiche etc.) ist eindeutig höher (Pflicht zur Substitutionsprüfung nach der Gefahrstoffverordnung)
  • Durchführung der Schleifarbeiten auf abgesaugte Maschinen verlagern 
  • Mit vorhandenem Industriestaubsauger beim Handschliff durch zweiten Schüler entstehenden Staub absaugen 
  • Abgelagerten Schleifstaub von Werkbänken und Böden nur aufsaugen

Feilen und Raspeln

Feile für Holzarbeiten©Unfallkasse NRW

Feilen und Raspeln werden zur Nachbearbeitung von Holz eingesetzt (Raspeln für Grobarbeiten, Feilen für Feinarbeiten).

Sichere Handhabung:

  • Feilen und Raspeln nie ohne Heft (d. h. Griff) benutzen (Verletzungsgefahr an der spitzen Angel)
  • Keine Werkzeuge mit beschädigtem Heft verwenden 
  • Hefte vor Benutzung auf festen Sitz prüfen (Feilenblätter können aus dem Heft herausrutschen)
  • Lose Hefte mit Holzhammer festschlagen oder Heft leicht auf festen Untergrund stoßen
  • Werkstücke bei der Bearbeitung stets einspannen
  • Werkzeug mit beiden Händen führen
  • Bei der Bearbeitung mit dem Heft nicht an das Werkstück stoßen
  • Feilen, Raspeln so aufbewahren, dass Beschädigung der Werkzeugschneiden vermieden wird
  • Reinigung der Werkzeuge mit einer Feilenbürste
 

Hobeln

Ein Hobel ist ein handwerkliches Werkzeug, das zum Glätten und Formen von Holzoberflächen verwendet wird. Die Hauptfunktion eines Hobels besteht darin, dünne Schichten Holz von einem Werkstück zu entfernen, um die Oberfläche zu glätten, Unebenheiten zu beseitigen und die gewünschte Form zu erzeugen. Ein Hobel besteht in der Regel aus einem Griff und einer schneidenden Klinge oder einem Hobeleisen.

Elektrische Handhobelmaschinen dürfen entsprechend den Vorgaben des Maschinen- und Geräteeinsatzes in der Schule nicht eingesetzt werden!

Sichere Handhabung:

  • Werkstück bei der Bearbeitung stets einspannen 
  • Werkstück auf Nägel etc. prüfen 
  • Hobeleisen sachgerecht schärfen
  • Führung des Hobels mit beiden Händen (eine Hand an die Hobelnase, eine Hand an den Handschoner)
  • Hobel ansetzen: Druck auf die Hand an der Hobelnase, die andere Hand führt
  • Hobelvorgang: Druck auf die Hand am Hobelende verlagern (gleichmäßiger Druck auf Hobelnase und Hobelende) 
  • Werkstückende: Hand an der Hobelnase entlasten, Hobel anheben. Beim Zurückziehen des Hobels entweder Hobel anheben oder schräg stellen, um Werkzeugschneide zu schonen.

Stemmen

Beim Stemmen wird das Holz durch Schneid- bzw. Spaltwirkung getrennt. Unter Stemmen oder Stechen wird allgemein das Herstellen von Vertiefungen oder (eckigen) Löchern mit Stechbeitel oder Stemmeisen verstanden. Beim Stemmen wird die Schneidwirkung durch Schlagwerkzeug, beim Stechen durch den Druck des Handballens verursacht.

Sichere Handhabung:

  • Nur geschärfte Stemm- bzw. Stechwerkzeuge einsetzen (ungeschärfte Werkzeuge erfordern hohen Kraftaufwand und stellen somit Unfallgefahr dar)
  • Stecheisen immer beidhändig benutzen
  • Stech- und Stemmeisen beim Weiterreichen stets an der Klinge anfassen
  • Werkstücke bei der Bearbeitung stets einspannen
  • Holzhämmer (keine Stahlhämmer) beim Stemmen verwenden
  • Werkzeuge nach Benutzung sicher verschließen
  • Hefte der Werkzeuge regelmäßig auf festen Sitz kontrollieren
  • Neue Werkzeuge sind ungeschärft, vor Benutzung schärfen

Bohren

Das Bohren von Holz ist ein Arbeitsschritt in der Holzbearbeitung, um Löcher in Holz zu erzeugen. Die Hauptfunktion des Bohrens mit Holz besteht darin, präzise Löcher für verschiedene Zwecke zu schaffen, wie das Befestigen von Schrauben, das Einsetzen von Dübeln oder das Erstellen von Durchgangslöchern für Verbindungen.

Sichere Handhabung:

  • Mittelpunkt der Bohrung vorstechen
  • Vorbohren mit kleinerem Bohrerdurchmesser
  • Möglichst Bohrer mit Zentrierspitze benutzen, um ein Verlaufen oder Abgleiten des Bohrers zu vermeiden
  • Kleine Werkstücke stets einspannen
  • Möglichst auf Unterlage (z. B. Holzreststück) bohren, um Gefährdungen durch plötzlichen Durchtritt des Bohrers zu verhindern
  • Winkel der Bohrung nicht plötzlich korrigieren, um Gefahren durch Bruch des Bohrers zu vermeiden
 

Sägen

Das Sägen von Holz ist ein grundlegender Arbeitsschritt in der Holzbearbeitung und dient dazu, Holz in verschiedene Formen und Größen zu schneiden.

Sichere Handhabung:

  • Nur geschärfte Sägen nutzen
  • Keine Sägeblätter mit herausgebrochenen Zähnen verwenden
  • Gebogene oder geknickte Sägeblätter entsorgen
  • Für das Material geeignete Sägeblätter einsetzen (Holz- und Metallsägeblätter unterscheiden)
  • Für Hartholz fein gezahntes Blatt, für Weichholz gröbere Zahnteilung einsetzen
  • Sägeblätter stets richtig einspannen (Blattspannung kontrollieren)
  • Werkstücke auf Nägel oder Schrauben etc. überprüfen
  • Werkstücke stets einspannen (nahe der Schnittstelle, um Vibration zu vermeiden)
  • Beim Ansetzen der Säge auf sichere Führung (z. B. durch Holzklotz) achten, auf Zug, nicht auf Stoß arbeiten 
  • Nach Anschnitt die Hand aus dem Sägebereich herausnehmen (Gefährdung durch Herausspringen der Säge aus der Schnittfuge)
  • Gehrungsschnitte in Schneidlade durchführen (sichere Sägeblattführung), Rundhölzer stets in Schneidlade sägen
  • Evtl. abfallende Reststücke festhalten, letzte Sägestöße leicht ausführen (Riss- und Abgleitgefahr)

Landesspezifische Quellen