Turnen

Turnen ist nach wie vor bedeutend für den Schulsport und eignet sich in besonderer Weise zur Vermittlung sicherheitsrelevanter Kompetenzen im Schulsport. Gerade im Turnen gibt es vielfältige Möglichkeiten, wie z. B. den Einsatz geeigneter Matten oder die Anwendung adäquater Helfergriffe, um Unfallrisiken zu reduzieren und einen kompetenten Umgang mit sicherheitsrelevanten Techniken zu erlernen.

Turnen gehört zu den Sportbereichen, die besonders viele pädagogische Möglichkeiten enthalten. Physische, psychische und soziale Aspekte können im Turnen wirkungsvoll zur Entfaltung gebracht werden:

Turnen ...

  • verbessert die konditionellen Fähigkeiten Beweglichkeit und Kraft. Regelmäßiges Turnen sorgt vor allem für eine intensive muskuläre Beanspruchung des Rumpfes, der Arme und des Schultergürtels als Ausgleich einseitiger Bewegungsanforderungen im Alltag.
  • schult die koordinativen Fähigkeiten und fördert ein sicheres und der jeweiligen Bewegungssituation angemessenes Handeln.
  • eröffnet Möglichkeiten, vielseitige Bewegungserfahrungen zu sammeln und damit Bewegungssicherheit auch für den Alltag zu gewinnen.
  • ermöglicht Erfahrungen ungewöhnlicher Körperzustände, in denen gewohnte Orientierungen verloren gehen, z. B. beim Schwingen, Rollen und Überschlagen. Die geläufige Position „Kopf oben – Füße unten“ wird bei solchen Übungen aufgegeben und verlangt ein hohes Maß an Orientierungsfähigkeit.
  • fördert die sozialen Beziehungen bei Formen des Miteinander-Turnens und im verantwortungsvollen und partnerschaftlichen Handeln beim Helfen und Sichern.

Eine Erhöhung der Sicherheit beim Schulturnen kann durch unterschiedliche Maßnahmen erreicht werden. Diese können technischer, organisatorischer und personeller Art sein. Grundsätzlich dürfen keine schadhaften Turn- und Gymnastikgeräte im Schulsport verwendet werden. Dies gilt insbesondere auch für Matten, die zur Absicherung von Gerätearrangements beim Turnen dienen. Die Berücksichtigung nachfolgend genannter Punkte erhöht die Sicherheit im Turnen nachhaltig:

  • Verbesserung der koordinativen und konditionellen Fähigkeiten der Übenden
  • Situationsgerechtes Aufwärmen
  • Sachgerechter Umgang mit Turngeräten
  • Helfen und Sichern
  • Organisationsrahmen

Die Organisation ist unter dem Aspekt der Sicherheit grundsätzlich von der Wechselwirkung folgender Faktoren abhängig:

  • Ausreichende Fach- und Sachkompetenz der Lehrkraft
  • Einsichtige Mitwirkung der Schülerinnen und Schüler
  • Funktionsgerechte Beschaffenheit der Geräte

Bei der Planung des Organisationsrahmens für das Schulturnen sollte Folgendes beachtet werden:

  • Sicherer Gerätetransport
  • Übersichtlicher Geräteaufbau
  • Absicherung der Geräte durch Matten usw.
  • Überprüfung des Geräteaufbaus
  • Zweckdienliche Aufstellung der Schülerinnen und Schüler
  • Deutliche Kennzeichnung der Aufstellungsräume, Ablaufpunkte, Übungs- und Rücklaufwege und der Warteräume
  • Wahl eines geeigneten Standorts durch die Lehrkraft
  • Anwendung deutlicher Signale und Zeichen (besonders bei Gefahr)
  • Berücksichtigung der Bodenbeschaffenheit (glatter Boden)
  • Funktionsgerechte Sportkleidung
  • Richtige Einschätzung der Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler (Gerätetransport, Hilfestellung)
  • Geeignete Zusatzaufgaben zur Intensivierung

Der Aufbau und Umgang von und mit Turn- und Gymnastikgeräten ist sachgerecht auszuführen. Folgende Kriterien sollten daher erfüllt sein:

  • Ausreichende Zeit
  • Bewegungsfreiheit im Geräteraum
  • Ruhiger Gerätetransport
  • Gezielte Mithilfe durch Schülerinnen und Schüler beim Transport einfordern
  • Sinnvolles kooperatives Verhalten der Schülerinnen und Schüler untereinander
  • Freie Transportwege
  • Schülerinnen und Schüler sollten nicht durch Gewicht und/oder Größe der Geräte überfordert werden
  • Kein Gedränge beim Auf- und Abbau
  • Die Tore zu den Geräteräumen sollen während des Übungsbetriebes geschlossen gehalten werden.
  • Nutzung der Geräte für vorgesehenen Zweck
  • Ausreichende Abstände zwischen den Geräten und zur Wand wählen
  • Keine Stolperstellen
  • Adäquate Sicherung möglicher Sturzräume